Sarband: What the World Needs Now

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Hörproben
  • 01 Pretty Saro
  • 02 Nottamun Town / Masters of War
  • 03 Black is the Colour
  • 04 Ya Baiti
  • 05 Nochez son d'enamorar
  • 06 Venimos a ver
  • 07 Muove si dolce
  • 08 Mala l kasat
  • 09 The True Lover's Farewell
  • 10 Aiyuha saqi
  • 11 Love's Triumph
  • 12 Hala shaku?
  • 13 Porke yoras
  • 14 Triumph of Love
  • 15 Los bilbilikos kantan
  • 16 The Lover's True Farewell

Sarband: What the World Needs Now
…

Der Amerikaner Joel Frederiksen & der Syrer Rebal Alkhodari singen gemeinsam über die Macht der Liebe.

Barocke Arien und arabische Kunstlieder, amerikanische Volkslieder und neue Lieder über Leid & Leidenschaft, den Abschied & die Suche nach Heimat.

CD & Downloads in 3 Formaten (mit interaktivem Booklet, Liedtexten & Übersetzungen).

Nur hier im Web Shop von Sarband: The Muse Alliance.

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Mehr über das Programm auf der Webseite von Sarband: 

http://www.sarband.de/Prog_WorldD

 V. Ivanoff, künstlerische Leitung
 / Rebal Alkhodari - Tenor, Ud (arabische Laute),  / Joel Frederiksen - Bass, Laute, Arciliuto / Mohamad Fityan - Nay, Kawala
(arabische Rohrflöten) / Vladimir Ivanoff - Perkussion, Ud 

 Gast: Amjad Succar - Perkussion (6, 11, 12)

«Es gibt vieles zu entdecken im Konzert: Abschied und Hoffnung auf das Wiedersehen, Heimat und Fremde, Reisen zu den Horizonten und menschliche Wärme. Diese Hoffnungen in Liedern aus der Heimat auszudrücken - mit dem Gefühl, zu Hause zu sein - erfahren die Zuhörer mit betörend süßen Brückenschlägen. Nähe und Sehnsucht bleiben die Pole dieses hinreißenden Abends … Fernab von Schleiern der Folklore geht das Ensemble eine innige Verbindung mit dem allgegenwärtigen Thema der Liebe ein. Sarband schwelgt in Poesie. "What the World Needs Now" wird zum leidenschaftlichen Appell an die Liebe unter den Menschen. Was die Welt jetzt braucht, ist Liebe, nicht nur für einige, sondern für alle. Eine friedliche Fusion der Kulturen mit hinreißender Musik anstelle von Kampfeslärm. Die Musik als Ton- und Taktgeber wäre auch für die aktuelle politische Entwicklung zwischen Orient und Okzident die bessere Alternative.» Robert Dotzauer, www.onetz.de, 31.8.16

«Ein zeit- und weltmusikalisches Crossover allerfeinster Güte… Wunderbar mitzuerleben, wie die aus verschiedenen Ländern stammenden, in Deutschland lebenden Künstler dieses aufregenden Quartetts in der Musik eine gemeinsame dritte Heimat gefunden haben. Und unbedingt zu unterschreiben ihre Botschaft, die lautete, dass Liebe alle Kriege überwinden wird.» Antje Doßmann, Neue Westfälische, 1.8.17

 

Aufnahme Bayreuth: Daniel Wierczeiko & Nils Schröder

Postproduktion: Daniel Wierczeiko, Nils Schröder, Vladimir Ivanoff

Künstlerischer Produzent: Vladimir Ivanoff

 

© & ℗V. Ivanoff / The Muse Alliance 2018

Der amerikanische Sänger und Lautenist Joel Frederiksen und der syrische Sänger und Ud-Spieler Rebal Alkhodari singen von der Liebe, die alles besiegt, alles vereint, und begleiten sich dabei auf Laute und Ud (arabische Laute).

Mohamad Fityan und Vladimir Ivanoff, erfahrene Brückenbauer zwischen Orient und Okzident, sind mit Nay (arabische Rohrflöte), Perkussion und Ud die Wegbegleiter der beiden fahrenden Sänger.

Abschied und Hoffnung auf das Wiedersehen, die Spannung zwischen Heimat und Fremde, Reisen zu den Horizonten und menschliche Wärme, Nähe und Sehnsucht: zwei syrische Musiker, ein Amerikaner und ein Bulgare, alle Migranten in Deutschland, musizieren gemeinsam. Sie stellen einander Lieder ihrer Heimat vor, ihrer geographischen aber auch ihrer „zweiten“ Heimat: ihren musikalischen Interessen.

Mit barocker Vokalmusik und amerikanischen Folksongs, arabischen Kunstliedern und neu geschriebenen Liedern schaffen sie sich eine gemeinsame Heimat. Und sie hoffen, dass ihr Brückenschlag als Anregung dienen kann, das Wichtige und Einfache zu tun - die Hand auszustrecken.

In dieser Zeit mit immer neuen und nicht enden wollenden politischen Unruhen und menschlicher Orientierungslosigkeit, ist der persönliche Wille, die Hand zu reichen, vielleicht die wirksamste Politik: die Macht der Liebe.
 Liebe wird von Sehnsucht genährt.

In der amerikanischen Fassung der englischen Ballade „Pretty Saro“ (1, um 1749 entstanden) ist es die Sehnsucht des Liebenden in der Fremde nach der unerreichbaren Geliebten jenseits des „großen Wassers“, die ihm Flügel der Hoffnung verleiht. Manchmal verwandelt sich die Leidenschaft der Liebe in Leid. Im schottisch-amerikanischen Volkslied „Black is the colour“ (3) geht es um den Abschied und die „zehntausend Tode“, die der Liebende sterben muss, bis er wieder mit seiner Geliebten vereint ist. „The True Lover’s Farewell“ (9) beschwört sogar die Naturgewalten, um der Geliebten zu versichern, dass es ein Wiedersehen geben wird.

Wenn die Liebe stirbt, stirbt meist auch die Hoffnung und Verzweiflung und Wut erwachen. Die englisch-amerikanische Ballade „Nottamun Town“ (2) erzählt von der Apokalypse, dem Ende aller Zeiten, der endlosen Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit des Individuums unter den „Zehntausend, die ertranken ohne geboren zu werden“. Bob Dylan nutzte die beschwörende Kraft dieser Melodie, um den „Masters of War“ (2), den Mächtigen, Geschäftemachern und Ränkeschmieden im Vietnamkrieg, seinen fassungslosen Zorn entgegen zu schleudern. Joel Frederiksen zitiert in seinem Lied „Triumph of Love“ (14) die Melodie von „Black is the Colour“ (3). Er drückt damit seine Verzweiflung über die tragische Situation der heutigen syrischen Migranten unsere Gleichgültigkeit ihnen gegenüber aus. Aber auch seine Hoffnung darauf, dass wir Toleranz üben und uns unserer persönlichen Verantwortung bewusst werden.

Kriegsleid kann so groß sein, dass selbst die Wut erstickt wird. Es bleibt nur die Trauer der Überlebenden, die keine Heimat mehr finden. In „Ya baiti“ (4) singt Rebal Alkhodari in schwere- und hoffnungsloser Melancholie vom Verlust seiner syrischen Heimat und Familie.

Jugendliche Sehnsucht kennt die Endlichkeit der Liebe noch nicht. Im sefardischen (spanisch-jüdischen) Wiegenlied „Nochez son d’enamorar“ (5) findet ein junges Mädchen wegen ihrer Sehnsucht nach der ersten Liebe keinen Schlaf. Die Mutter mahnt sie zur Geduld, denn die Zeit der Liebe wird, wenn ihre Tochter im Alter ihre Schönheit verloren haben wird, nur zu schnell wieder enden. Dagegen soll das Treppchen aus Gold und Elfenbein, welches die Hochzeitsgäste in „Venimos a ver“ (6) mit ihren Gaben bauen, der Braut helfen, ihr Eheglück möglichst lange zu genießen.

Geschmeidig-virtuose melodische Wendungen dienen im arabischen Kunstlied, wie auch in der frühbarocken italienischen Monodie, der affektgeladenen Darstellung von Liebesglück und Leidenschaft. Joel Frederiksen singt in seiner Interpretation von Giulio Caccinis „Muove si dolce“ (7, aus dem Intermezzo „Il Rapimento di Cefalo“, Florenz, 1600) die in Notation erhaltenen Verzierungen des ersten Sängers dieser Komposition, Melchior Palantrotti. Mit einigen improvisierten Arabesken leitet er dann das italienische Lied in den Zaǧal (ein klassisch-arabisches Versmaß) „Mala l-kasat“ (8) über. In diesem erotischen Trinklied beschreibt die mäandernde Melodie mit expressiven Ornamenten die verführerische Figur eines schönen Jünglings. Auch in dem mittelalterlichen arabischen Lied „Aiyuha s-saqi“ (10) scheint es um den Wein und eine Liebesnacht zu gehen. In diesem feinsinnigen Gleichnis verkörpert jedoch der trunkene Liebende den Gläubigen, der den Wirt (Gott) um einen weiteren Becher Wein (Gottes gnadenvolle Liebe) anfleht.

Dagegen beschwören der britische Country Dance „Love’s Triumph“ (11) und das arabische Tanzlied „Hala shaku?“ (12) die Erfüllung erotischer Sehnsucht weniger feinsinnig, aber dafür um so kraftvoller.

Liebe ist eine Energie, die in ihrem Ursprung vielleicht keine Richtung hat und ihr Ziel wechseln kann. Liebessehnsucht - Trennung - Vereinigung; die sefardische Romansa „Porke yoras ninya bella“ (13) fasst das alles zusammen: mit der wundersamen Erzählung vom Ritter, der die Ungläubigen bekämpfen will, sich verliebt und darüber den Krieg vergisst, seine Geliebte verliert, aber damit seine verloren geglaubte Schwester wieder findet.

Das heute vielleicht bekannteste sefardische Lied, „Los bilbilikos kantan“ (15), zeichnet zum Abschluss ein Bild von der Leidenschaft und dem Leid der Liebe: „Es singen die Nachtigallen auf dem blühenden Baum. Darunter sitzen die, die an der Liebe leiden.“

V. Ivanoff

01 - Pretty Saro 
          traditional, England & USA   2:52

02 - In Nottamun Town
          traditional, England & USA 

          Masters of War
          lyrics: Bob Dylan (1941-), melody: In Nottamun Town   6:40

03 - Black is the Colour
          traditional, Scotland & USA    3:54

04 - Ya baiti
          lyrics: Rāmī al-ʿĀšiq, music: Rebal Alkhodari    4:27

05 -  Nochez son d’enamorar
           traditional Sephardic, Bosnia    6:29

06 - Venimos a ver
          traditional Sephardic, Balkans.  2:07

07-  Muove si dolce
          lyrics: Gabriello Chiabrera (1552-1638), music: Giulio Caccini (1551-1618)    3:44

08 - Mala ’l-kasat
          lyrics: Aḥmad ʿĀšūr Sulaimān (-1924), music: Muḥammad ʿUṯmān (1855–1900)   5:08

09 - The True Lover's Farewell traditional, England & USA   3:41

10 - Aiyuha s-saqi
          lyrics: Ibn Zuhr al-Ḥafīd al-Išbīlī (1113–1199), music: traditional Al-Andalus    5:54

11 - Love’s Triumph
         The Dancing Master, Vol. II, John Young (John & Henry Playford) ed., 1713     2:40

12 - Hala shaku?
          lyrics: Saifaddīn Walāʾī, music: Muḥammad Maḥmūd Ǧabr.   2:32

13 - Porke yoras ninya bella
          traditional Sephardic, Morocco & Spain    5:58

14 - Triumph of Love
          lyrics & music: Joel Frederiksen (2015)    4:14

15 - Los bilbilikos kantan
         traditional Sephardic, Bulgaria, Turkey, Greece, Libya, Israel    8:01

16 - The Lover's True Farewell
          variations on „The True Lover’s Farewell    2:09

          70:30




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